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Blood of Demon – Chapter 01

Mai 11, 2008

Chapter 01
Autor: Yuriko Yakuza
Titel: Blood of Demon
Sonstige Info’s:
Genre: Fantasy – Story

Preview:
Kyla und Liara sind beste Freunde. Da Liara kein leichtes Leben hat, hat Kyla es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Freundin vor allem Möglichen zu beschützen und immer für sie da zu sein. Doch plötzlich taucht ein Typ auf und nimmt Kyla einfach mit in seine eigene Welt…
Wie reagiert Liara? Und was wird Kyla unternehmen, um wieder zurück zu kehren?



Es wurde bereits Dunkel, als Kyla die Tür zur ihrer Wohnung aufschloss. Sie legte ihren Schlüssel auf die Anrichte, schloss die Tür von Innen und ging direkt in ihr Wohnzimmer. Liara lag auf der Couch und schlief. Wie so oft griff Kyla nach der Decke und breitete sie sanft über ihrer Freundin aus.
Sie kehrte zurück in den Flur, entledigte sich ihrer Jacke und Schuhe. Es war für sie nicht verwunderlich, dass Liara wieder da war. Sie waren zusammen aufgewachsen und teilten alles, auch Kyla’s Wohnung. Leise ging Kyla in die Küche, holte eine Tasse aus dem Schrank und machte sich einen Kaffee. Wenn Liara hier war, hieß das, dass sie wieder Ärger zu Hause hatte. Sie hatte sich noch nie gut mit ihren Eltern verstanden, um so wichtiger war ihr die Freundschaft zu Kyla. In Kyla’s Elternhaus fand sie nicht nur Zuflucht vor ihrem Vater, der täglich seinen Alkohol brauchte und bei dem es schnell passierte, dass er ausholte sondern auch vor ihrer Mutter, die sich nicht für sie interessierte. Bei Kyla’s Eltern hatte sie gelernt was Liebe war und bedeutete.
Sie kannten einander bereits über 15 Jahre und waren seit dem ersten Tag unzertrennlich. Kyla war jetzt 21, Liara würde dieses Jahr das gleiche Alter erreichen. In ihren Gedanken versunken betrachtete Kyla die Wand vor ihr. Sie hatte oft versucht, Liara dort rauszuholen, doch immer war sie gescheitert. Nun, da sie arbeiten war, eine eigene Wohnung hatte und Liara hoffentlich auch bald Arbeit finden würde, hätten sie dann die Möglichkeit zusammen zu ziehen? Das sie sich eines Tages eine Wohnung teilen würden stand für beide außer Frage. Der Wasserkocher schaltete sich ab und Kyla goss sich ihren Kaffee auf. Sie setzte sich an den Küchentisch und griff nach den Zigaretten. Während sie mit ihrem Blick dem Qualm folgte, der in wilden Formen emporstieg, hörte sie Schritte die sich langsam näherten. Sie wusste nicht, was sie sonst noch tun konnte, außer Liara einen Zufluchtsort zu bieten und sie zu beschützen so gut es ging.

Ein blaues Augenpaar guckte um die Ecke. Kurz darauf erschien Liara und seufzte erleichtert: „Du sollst mich doch wach machen, wenn du kommst! Ich dachte, es wäre ein Einbrecher, oder ein Mörder.“ Kyla lächelte.
„Hast du dir schon wieder meine Horrorfilme angeguckt?“ Liara grinste zurück. „Irgendwie muss ich mir doch die Zeit vertreiben bis du nach Hause kommst.“ „Ja, nur bist du ein Angsthase durch und durch.“ Kyla drückte ihre Zigarette im Aschenbecher aus, griff nach ihrer Tasse und ging mit Liara ins Wohnzimmer zurück. Das Dunkelgrüne Sofa stand genau in der Mitte des Raumes und Blutrote Vorhänge zierten das Fenster gegenüber an beiden Seiten. Davor war ein kleiner Tisch und genau vor dem Fenster stand der Fernseher. Rechts vom Sofa befand sich eine Anrichte aus ebenfalls dunkel gebeiztem Holz und die Wände erstrahlten in einem leichten Mintgrün. Das letzte Sonnenlicht lies den Raum dennoch warm erstrahlen. Liara ließ sich auf die Couch fallen und Kyla setzte sich neben sie. „Wie war dein Tag?“, fragte sie Kyla.
„Es ging.“ Damit war das Thema abgeschlossen. Liara wusste, dass Kyla nicht weiter darüber reden würde, auch wenn sie noch so sehr nachfragte. Sie kannte ihre Freundin. Eine Weile schwiegen sie, doch es war eine angenehme Stille. So wie Liara wusste, dass Kyla Zeit zum Abspannen brauchte, wusste Kyla, dass Liara ihr diese Zeit geben würde. Kyla trank einen Schluck ihres Kaffees. „Wollen wir noch spazieren gehen?“, durchbrach Kyla schließlich die Stille. Liara guckte sie mit großen Augen an. „Wenn du spazieren willst, dann heißt das, dass es noch ein Gewitter geben wird! Vergiss es, mich kriegt heute hier niemand mehr raus!“ Mit verschränkten Armen drückte sich Liara weiter in die Couch. Sie hatte längst aufgehört sich zu fragen, woher Kyla immer so genau wusste, wann es ein Gewitter geben würde. Sie nahm es einfach hin. Früher, ja früher hatten sie wilde Spekulationen darüber angestellt, sich vorgestellt, dass sie Hexen mit magischen Fähigkeiten sind und wie sie den Menschen helfen würden. Sie würden im Geheimen agieren und niemand wüsste von ihnen. Doch je älter sie wurden, desto mehr verblassten diese Vorstellungen. Kyla liebte Gewitter, oft saß sie dann vor dem Fenster und schaute den Blitzen zu, wie sie den Himmel erhellten. Ihre abstrakten Formen zogen sie förmlich in den Bann. Liara hingegen akzeptiere dies zwar, verkroch sich jedoch lieber ins Bett. Donner war für sie schon schlimm, aber Blitze? Allein der Gedanke, von einem getroffen zu werden jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken. Nein, sie würde heute keinen Fuß mehr vor die Tür setzen.

Kyla lächelte. „Was wollen wir heute Abend denn gucken? Ich glaube kaum, dass du dir noch einen Horrorfilm angucken willst, oder?“ Liara schüttelte den Kopf. „Irgendwas Lustiges.“ Kyla nickte und zappte durchs Fernsehprogramm. „Da! Dass lass mal!“, rief Liara schließlich aufgeregt. Also legte Kyla die Fernbedienung zurück auf den Tisch und lehnte sich nach hinten. Es dauerte nicht lange bis Liara herzhaft lachte und sich die ersten Tränen wegwischen musste. „Fuahahaha … Der is so doof … hahaha… Is das geil …“ Auch Kyla musste leicht lachen, allerdings mehr über ihre Freundin, als über den Film. Sie hörte Liara gerne Lachen und jene tat es oft. Trotz ihrer Familienverhältnisse war Sie ein fröhlicher Mensch, immer gut gelaunt. Kyla beobachtete sie. Das blonde Haar fiel in leichten Locken auf ihre Schulter, die blauen Augen strahlen vor Fröhlichkeit und sie schien einfach glücklich. Anschließend wandte sie den Blick wieder Richtung Fernseher und versuchte zu verstehen, worum es bei diesem Film überhaupt ging.

Es war bereits dunkel, als Kyla den Fernseher ausstellte. Die Komödie war längst vorbei und Liara war mal wieder auf der Couch eingeschlafen. Kyla erhob sich und stellte sich vors Fenster. Die Wolken hatten sich zugezogen und jeden Moment würde das Gewitter beginnen. Die Luft war wie elektrisiert und in Kyla breitete sich eine Freude aus, wie die eines kleinen Kindes vor der großen Überraschung. Ihre Augen begannen zu leuchten bei der Vorstellung, wie der Regen gegen das Fenster peitschen würde, Blitze über dem Himmel zuckten und vom Donnern verfolgt werden würden, als wolle jener sie vorantreiben. Doch sie versagte sich die Freude auf dieses Schauspiel, ging zurück zu Liara und strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht. „Hey, komm. Wir gehen ins Bett.“
Schlaftrunken erhob sich die kleinere von der Couch und folgte ihrer Freundin. Kyla nahm die Tagesdecke vom Bett, legte sie zusammen und griff nach ihrem Nachthemd dass ihr bis kurz über die Knie reichte. Liara ging an den Kleiderschrank und griff wahllos nach einem Pyjama. Kaum, dass beide im Bett lagen begann der Donner. Liara rutschte unwillkürlich dichter zu Kyla. „Musst du morgen wieder arbeiten?“, fragte sie nuschelnd. „Nein, trotzdem will ich jetzt schlafen.“ Wenn sie schon Liara zu Liebe auf ein Gewitter verzichtete, so war es doch am Besten, wenn sie es einfach verschlafen würde. Kyla kuschelte sich in ihre Decke und kurze Zeit später war sie auch schon eingeschlafen.
Liara rückte noch ein Stück dichter an ihre Freundin heran. Warum sie solch eine Angst vor Gewitter hatte, wusste sie nicht, aber sie war jedes Mal dankbar, wenn Kyla in ihrer Nähe war. Bei ihr fühlte sie sich sicher. Als ihre Atmung wieder etwas ruhiger wurde, schloss auch Liara die Augen und verfiel dem Schlaf.

Das Gewitter wurde immer stärker und von dem Donnergrollen geweckt, richtete sich Liara auf. So schlimm war selten ein Gewitter. Sie griff nach der Wasserflasche, die neben ihr auf dem Boden stand und trank einen Schluck. Sie wollte sich grade wieder hinlegen, als sie zum Fenster blickte. Genau in dem Moment erhellte ein Blitz das Zimmer und Liara sah eine schemenhafte Gestalt vor dem Fenster. Verwirrt rieb sie sich die Augen. Das konnte nicht sein, sie befanden sich hier im 2. Stock, da konnte niemand vor ihrem Fenster stehen. Ein mulmiges Gefühl machte sich in Liara’s Magen breit. Ohne den Blick vom Fenster abzuwenden, tastete ihre Hand nach Kyla. Als sie Sie leicht anstubste, gab jene nur ein Murren von sich. „Kyla!“, Liara’s Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Kyla!“
„Was denn?“, ohne ihre Augen zu öffnen oder sich zu ihrer Freundin umzudrehen, versuchte Kyla, sich gegen das wach sein zu wehren. „D-da ist jemand!“ „Wo?“, nuschelte sie gegen ihr Kopfkissen. „Vor dem Fenster!“
„Mhm, schlaf weiter, du hast nur schlecht geträumt.“ Es war ein halbherziger Versuch Liara zu beruhigen. Ein paar Sekunden vergingen. Man hörte nur den Regen, wie er gegen das Glas prasselte. Liara rutschte höher an das Kopfende und stieß mit dem Rücken gegen die kalte Wand. Noch immer konnte sie ihren Blick nicht vom Fenster gegenüber abwenden. Wieder folgte ein Blitz und wieder war für ein paar Sekunden diese Gestalt zu sehen. Nun bekam sie es doch mit der Angst zu tun. Es war ihr egal, ob Kyla sie anmaulen würde. Sie begann ununterbrochen an ihrer Freundin zu rütteln. „Kyla! Kyla! Ich hab mir das nicht nur eingebildet! Da ist wirklich jemand! Kyla! Bitte, wach doch endlich auf!“ Tränen sammelten sich in Liara’s Augen, gepackt von schierer Angst. Kyla gab ein grummelndes Geräusch von sich, wandte ihren Kopf zu Liara und zischte: „Frau! Wenn es dich beruhigt, dann geh ich eben gucken, aber danach lass mich gefälligst weiterschlafen!“ Frustriert schlug sie ihre Bettdecke zurück und ging ans Fenster. Sie schob das Rollo bei Seite und blickte nach draußen. Nichts. Nur der Regen, der seine Spuren am Glas hinterließ und die dunklen Wolken am Himmel. Kyla wandte sich zu Liara um. „Siehst du? Nichts! Also leg dich hin und schlaf gefälligst weiter!“ Kaum, dass Kyla ihren Satz beendet hatte, zuckte erneut ein Blitz über den Himmel und nun sah auch sie diesen Schatten an der Wand hinter Liara. Ruckartig drehte sie sich wieder um, zerrte das Rollo nach oben und öffnete das Fenster. Der Regen peitschte ihr ins Gesicht als sie sich nach vorne lehnte, doch sonst war nichts zu sehen. Hatten sie sich das beide eingebildet?
„Mach das Fenster wieder zu! Bitte!“, flehte Liara als wenn es um ihr Leben ginge. Kyla hörte die Angst aus ihrer Stimme und folgte Liara’s Bitte. Einen Moment blieb sie davor stehen, wandte sich dann ruckartig um und ging hinaus auf den Flur. Sofort sprang Liara aus dem Bett. „Wo willst du hin?“, fragte sie verzweifelt. „Ich geh jetzt gucken. Wenn da jemand sein sollte, der sich einen Scherz mit uns erlaubt, dann kann er was erleben!“ Kyla war wütend, das hörte Liara an ihrer Stimme. „Nein! Lass mich hier nicht alleine!“ Flehend griff sie nach der Hand ihrer Freundin, doch diese entzog sie ihr wieder. „Entweder kommst du mit, oder du bleibst hier und wartest!“ Liara schaute in Kyla’s vor Wut aufblitzenden Augen. Sie konnte sie nicht umstimmen, dass wurde ihr klar. „Ich warte hier.“ Kyla nickte ihr zu. „Dann geh zurück ins Bett und halte dich vom Fenster fern, verstanden?“ Liara nickte nur und Kyla rannte den Treppenflur nach unten. Kaum dass sie vor dem Aufgang stand, hatte der Regen sie bis auf die Knochen durchnässt. Ihre Dunkelbraunen Haare hingen in nassen Strähnen hinab. Sie hatte noch immer nur ihr Nachthemd an, aber das war ihr egal. Sie wollte wissen, wer oder was das war. Sie wandte sich nach links und rannte um den Block herum in dem sie wohnte. Denn ihr Schlafzimmer war zur anderen Seite ausgerichtet.

Kyla verlangsamte ihr Tempo, als sie das Rasenstück erreichte. Die aufgeweichte Erde ließ sie einige Zentimeter im Boden versinken, doch darauf achtete sie gar nicht. Sie ging langsam weiter und blieb schließlich genau vor ihrem Schlafzimmerfenster stehen. Sie blickte nach oben, doch dort war nichts zu erkennen. Kyla seufzte. Sie hatten es sich also doch nur eingebildet und sie hatte sich anstecken lassen von Liara’s Panikattacke. Über sich selbst lächelnd schüttelte sie den Kopf.

Liara hielt es nicht aus. Unruhig lief sie auf und ab bis ihre Neugierde gewann. Sie ging zum Fenster und blickte raus. Sie sah Kyla dort unten stehen, die zu ihr hoch schaute. Also öffnete sie das Fenster. Auch sie war innerhalb weniger Sekunden durchnässt und blonde Strähnen umrahmten ihr Gesicht. „Und?“, fragte sie nach unten. „Nichts.“, antwortete ihr Kyla und schüttelte zur Bekräftigung ihrer Worte den Kopf.

Sie wollte sich grade auf den Weg nach drinnen machen, als sie Liara’s Gesicht erkannte. Die Augen weit aufgerissen und jegliches Blut aus dem Gesicht gewichen. Alles was Liara tat, war den Arm zu heben und auf eine Stelle hinter Kyla zu zeigen. Ja, dort steht der alte Baum, sagte sie sich und fragte sich, was Liara da gesehen haben mag, dass sie so reagierte. Dann sah auch sie es.

Neugierig trat sie einen Schritt dichter. Es schien, als wenn dunkler Nebel hinter dem Baum sich sammelte. „Wer ist da?“, fragte Kyla selbstsicher. Sie spürte keine Angst. Das war etwas, dass sie verloren hatte seit sie Liara kannte. Als keine Reaktion erfolgte, ging sie noch ein Stück weiter auf den Baum zu. „Komm raus da, du Bastard!“, ihre Stimme versuchte, gegen den Regen anzukommen.
Noch einmal blickte Kyla hinter sich zu Liara und als sie ihren Blick wieder nach vorn richtete, sah sie die Große Gestalt vor sich. Langsam ging ihr Blick nach oben und blieb an den Augen hängen. Sie zogen Sie förmlich an. Kyla schüttelte den Kopf, wie um sich von dieser Trance zu lösen und ging automatisch ein paar Schritte nach hinten. Sie wusste nicht, wer der Typ da war, warum er in diesem komischen Aufzug vor ihr stand, doch noch immer verspürte sie keine Angst.

Sein langes, dunkles Haar wehte leicht, was angesichts des Windes jedoch nicht möglich war. Das widerspricht jegliches Gesetzen der Physik, schoss es Kyla durch den Kopf. Seine Gestalt war unter einen dunklen Mantel verborgen, der bis zum Boden reichte. Als er einen Schritt dichter auf sie zukam, reckte Kyla trotzig ihr Kinn nach vorne. Bereit, sich alles und jedem zu stellen. Einen Moment betrachteten sie einander, bis sie ihre Neugierde nicht mehr zügeln konnte. „Wer bist du?“, fragte sie herrisch. Doch anstatt zu antworten, kam er weiter auf sie zu, bis er nur noch einen halben Meter vor ihr stand. Seine Hand legte er fast zärtlich auf ihre Wange und als Kyla seine Stimme hörte, durchfuhr ein Zittern ihren ganzen Körper: „Endlich habe ich dich wieder.“ „Ich weiß ja nicht, aus welchem Irrenhaus du entlaufen bist, aber ich kenne dich nicht. Also verschwinde.“, forderte sie ihn auf. Kyla versuchte, ihr Herz zu beruhigen, das einen wilden Rhythmus zu tanzen begann. Hatte sie etwa Angst? Nein, das war unmöglich. Sie hatte seit Jahren keine Angst mehr gehabt. Er überging ihren Einwand und seine Stimme erreichte jede Faser ihres Körpers: „Komm mit mir.“
Kyla wich entschlossen einen Schritt zurück. „Vergiss es. Ich geh mit keinem Irren.“ Seine Augen blitzen amüsiert auf. „So warst du schon immer. Nie hast du dir etwas sagen lassen, das hat sich auch in all der langen Zeit nicht geändert.“ „Ich weiß nicht wovon du redest. Zieh Leine, oder du kannst was erleben.“ Er verstand die Drohung hinter ihren Worten und zog verwirrt die Brauen zusammen. „Warum willst du hier bleiben? Du gehörst hier nicht her, das weißt du.“ „Ich weiß, dass wenn du nicht gleich verschwindest, du deine verdammten Knochen einzeln aufsammeln kannst.“ Er betrachtete sie einen Moment. „Du riechst nach Mensch!“, stellte er angeekelt fest. „Ist so, wenn man ein Mensch ist. Du riechst genauso.“, entgegnete sie ihm gelassen. Ihr Herz schien sich beruhigt zu haben. „Beleidige mich nicht!“, zischte er, bevor er auch schon wieder vor ihr stand, seine Hand an ihrer Kehle lag und er leicht zudrückte. Kyla schrie kurz überrascht auf. Sie hatte nicht gesehen, wie er sich bewegte und doch stand er jetzt vor ihr und berührte sie sogar. Ihre Hände umschlossen sein Handgelenk und sie spürte die unbändige Kraft, dessen er mächtig war. „Lass mich … los … Bastard!“, brachte sie keuchend hervor. Sofort ließ er sie frei, blieb dennoch dicht vor ihr stehen. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr.

„Kyla!“, rief Liara aus Angst um ihre Freundin. Sie hatte keine Ahnung, wer der Typ war und was er zu ihr sagte, aber er war kein Mensch, dessen war sie sich sicher.
Kyla wandte sich um und blickte zu Liara hoch. „Verschwinde! Mach das Fenster zu!“ Doch Liara konnte sich nicht bewegen. Gelähmt von der Angst die sie erfüllte.

„Wende mir nicht den Rücken zu!“, knurrte der Typ hinter ihr. Kyla wandte sich langsam zu ihm um, ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Und wenn doch?“ „Dann wirst du es bereuen!“ Kyla lachte. „Drohen kann jeder, aber wenn, dann mach es auch wahr.“ Kyla wusste nicht, woher sie diese Gewissheit hatte, dass er ihr nichts tun würde. Sie fühlte einfach, dass es so war. Sein Blick wanderte von ihr, zu dem Menschen dort oben am Fenster. „Raia!“, seine Stimme klang beherrscht, dennoch konnte Kyla spüren, welche Stärke in ihr ruhte. „Wer?“, fragte sie leicht irritiert. „Du bist Raia.“, erklärte er mühsam. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich nicht erinnern würde.
Nun wandte sich Kyla richtig zu ihm um. „Hör zu. Ich bin nicht Raia, sondern Kyla. Aber ich wüsste nicht, was dich das angeht. Also dann, einen schönen Abend noch.“ Kyla wandte sich von ihm ab, doch zu mehr kam sie nicht. Plötzlich tauchte er wieder vor ihr auf, seine Augen leuchteten Rot auf und mit einer schnellen Handbewegung hinderte er sie daran, weiter zu gehen. Er berührte sie nicht, hielt sie nicht fest und trotzdem, Kyla konnte sich nicht mehr Bewegen, als wenn ihr Körper an Ketten gelegt war.

„Um es dir zu erklären, du hast hier nichts zu suchen. Du bist kein Mensch.“, seine Stimme klang bedrohlich.
„Natürlich bin ich ein Mensch du Bastard. Was soll ich denn sonst sein? Schon mal in den Spiegel geguckt? Ich weiß zwar nicht wie du das gemacht hast, aber dafür gibt’s bestimmt eine ganz logische Erklärung. Und jetzt hau hab du Hurensohn!“ Kyla wurde von einer Wut gepackt, die sie selbst überraschte.
Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er wusste jetzt, was er tun musste. „Du hast die Wahl, entweder, du kommst freiwillig mit, oder ich werde dich zwingen.“ Sein Blick richtete sich auf Liara und Kyla verstand augenblicklich. Sie versuchte, sich mit aller Kraft aus dieser Starre zu befreien, als sie aber merkte, dass ihr dies nicht gelingen würde, schrie sie zu ihrer Freundin: „Verdammt! Liara! Mach das verdammte Fenster zu und hau ab! Sieh zu!“ Doch es war zu spät. Bevor Liara hätte reagieren können, tauchte er plötzlich genau vor ihr auf. Jene sah verblüfft zu der Gestalt vor ihr und ihre Augen weiteten sich. Seine Hand schnellte nach vorne und umfasste hart ihre Kehle. „Widerlicher Mensch.“

„Lass sie los du gottverdammter Hurensohn! Ich schwör dir, ich bring dich um, wenn ihr was passiert!“, schrie Kyla ihm mit aller Kraft entgegen. Sie spürte den Hass, der in ihr zu gären begann, spürte, wie er jede Faser ihres Körpers ausfüllte und sie mit einer Kraft erfüllte, von der sie nie zu träumen gewagt hätte. Mühsam gelang es ihr, sich einen Schritt vorwärts zu bewegen.

Liara blickte geschockt zu ihrer Freundin. „Kyla!“, brachte sie gepresst hervor. Was war geschehen? Warum glühten Kyla’s Augen in dem gleichen Rot wie seine?
Als wenn er Liara’s Gedanken lesen könnte, antwortete er ihr: „Sie ist kein Mensch, begreif das!“

„Lass … sie … los!“, es gelang Kyla sich immer besser zu bewegen, je mehr sie ihn hasste. Erstaunt blickte er zu ihr hinab. Dass sie sich diesem Bannzauber widersetzen konnte, war nur ein kleines Beispiel ihrer Kraft. Das wusste er nur zu gut.

Kyla’s Blick schien ihn förmlich zu durchbohren und er wusste, er hatte nur eine Möglichkeit, um sie mit sich zu nehmen. Ein langes Schwert erschien in seiner freien Hand und kaum das Kyla es erblickte, wich jegliche Farbe aus ihrem Gesicht. Ihre Augen nahmen wieder ihre natürliche Farbe an und sofort war sie dem Bannzauber erlegen. „Nein!“, es war kaum mehr als ein Flüstern und doch verstand er es. Er lächelte siegessicher. „Entweder, du kommst freiwillig mit mir, oder der Mensch wird sterben.“ Sein Griff um Liara’s Kehle wurde fester und jene begann, nach Luft zu schnappen.
Kyla wog einen Moment lang ihre Chancen ab. Als sie keinen anderen Ausweg sah, nickte sie nur schwach. Das Schwert in seiner Hand verschwand und vor Kyla öffnete sich der Boden zu einem Kreis. Am Rand von einem roten Licht umgeben, blickte sie zu beiden empor. „Spring rein, oder der Mensch wird sterben.“ Kyla blickte von ihm zu Liara, Tränen waren auf ihrem Gesicht zu erkennen und rannen der Blonden übers Gesicht. Trotz ihrer Lage, versuchte Liara den Kopf zu schütteln. Kyla hatte genug gesehen. Sie wusste, Liara würde sterben, wenn sie nicht das tat, was er wollte. Sie hatte keine Ahnung, was sie am anderen Ende erwarten würde. Kyla schloss für einen Moment ihre Augen, rief sich Liara’s Lächeln in Erinnerung und sprang.

Kaum das Liara sah, wie Kyla sprang, spürte sie, wie der Typ sie freigab. Er tauchte plötzlich am Rand des roten Lichtkreises auf und ohne noch einmal zu Liara zu blicken folgte er Kyla. Liara brach weinend vor dem Fenster zusammen.

„Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ Liara schlug die Hände vor ihr Gesicht und ließ ihren Tränen freien Lauf. Das konnte doch alles nicht wahr sein, das war einfach nur ein schrecklicher Albtraum. Wie in Trance erhob sie sich und setzte sich auf die Kante des Bettes. Und was sollte sie tun wenn nicht? Wenn es kein Traum, sondern fürchterliche Realität war? Was sollte sie Kyla’s Eltern sagen? Ihre Tochter war kein Mensch?
Liara schüttelte den Kopf. Natürlich war Kyla ein Mensch, so wie jeder Andere auch, außer dem Typen eben. Noch immer liefen ihr Tränen über die Wangen, doch mit jeder Sekunde wurde sie entschlossener. Sie musste Kyla da rausholen, koste es, was es wolle. Liara ging zu Kyla’s Schrank. Das Erste, was sie tun musste war, sich umzuziehen. Was dann folgte, wusste sie noch nicht, aber es würde sich eine Möglichkeit finden lassen.

Hart schlug Kyla auf dem Boden auf. Vor ihren Augen verschwamm alles. Sie versuchte tief Luft zu holen. Es roch süßlich und stank gleichzeitig nach Tod. Kyla versuchte, sich vom Boden zu erheben, doch es schien, als wenn ein starkes Gewicht auf ihrem Rücken lastete. Immer wieder gaben ihre Arme nach, bei dem Versuch sich hochzustemmen. Dann hörte sie die Stimme und vor ihren Augen tauchte das Gewand des Typen auf.
„Steh auf!“, befahl er barsch. Kyla versuchte es, nicht als Zeichen des Gehorsams, sondern weil sie es selbst wollte. Wieder gaben ihre Arme nach. Entkräftet blieb sie einfach auf dem kalten Boden liegen und schloss ihre Augen. Einen Moment Ruhe, nur einen kleinen Moment.
Kyla spürte, wie jemand sie auf den Arm nahm und irgendwohin trug. Sie versuchte, ihre Augen wieder zu öffnen, doch es gelang ihr nicht. Sie verlor das Bewusstsein.

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