Ohne lange Umschweife präsentiere ich euch das 2 Kapitel meiner Story und wünsche euch viel Spaß
Chapter 02
Liara hatte sich umgezogen und sah sich suchend im Zimmer um. Nach was suchte sie eigentlich? Sie wusste es nicht, bis sie es sah. Sie ging zu Kyla’s Glasvitrine und öffnete die Türen. Dort bewarte Kyla ihr größtes Heiligtum auf. Einen langen Dolch, vererbt von ihrer Großmutter und von unvorstellbarem Wert. Sie wusste, wie sehr Kyla an diesem Ding aus gefaltetem Stahl hing. Doch sie kannte seine Verwendung nicht. Kyla hatte ihr nur einmal von ihm erzählt und ihr verboten, ihn jemals zu berühren. Liara nahm den Dolch in die Hand und es war, als wenn der Griff sich ihrer Hand anpasste. Langsam, fast ehrfürchtig zog sie die Klinge aus der Scheide und betrachtete sie. Seltsame Symbole waren auf dem Mittelverlauf eingraviert. Was sie bedeuteten, wusste Liara nicht. Sie betrachtete die klare Klinge einen Moment und schob sie dann zurück in die Scheide. Sie steckte sich den Dolch in den Hosenbund. Und nun? Was sollte sie jetzt tun?
Liara schloss die Glastüren und betrachtete eine Weile ihr Spiegelbild. Bildete sie sich das nur ein, oder verformte sich die Wand hinter ihr? Erschrocken drehte sie sich um.
Es schien, als wenn kleine Wellen durch die Wand jagten. Fasziniert wohnte sie dem Schauspiel bei. Schließlich formten sich so etwas wie Augen, Nase und Mund. Ganz deutlich konnte Liara das Gesicht erkennen, dass sie ganz unverwandt anstarrte.
„Was bist du?“, fragte Liara verwirrt und fragte sich gleichzeitig, wie viele Menschen in ihrem Leben mit einer Wand redeten.
„Man nennt mich Wächterin.“ Die Stimme hatte einen melodiösen Klang und hörte sich wie ein Singsang an. Liara spürte eine Wärme in sich aufsteigen, die ihr gefiel. Es hatte etwas Friedliches, Ausfüllendes. Zögerlich ließ sie sich am Ende des Bettes nieder. „Was willst du von mir?“
„Etwas Schreckliches hat sich ereignet. Etwas, das eigentlich nicht geschehen durfte. Ich bin hier, um dir zu helfen es zu verhindern.“ Liara fühlte sich für einen Moment in einen schlechten Comic versetzt. Sie hatte weder Superkräfte, noch besaß sie übermenschliche Stärke und trotzdem sollte sie jetzt einen auf Superheldin machen? Sie schüttelte den Kopf. „Was willst du denn schon wissen? Du willst mir helfen? Dann sag mir, wer der Kerl war und was er mit Kyla vorhat.“ „Es war Devon, der deine Freundin entführte. Du musst ihn aufhalten, er will Raia in die Welt zurückholen und das darf auf keinen Fall passieren.“ „Und wozu brauch er da Kyla?“ Die Wächterin zögerte einen Moment. „Wenn du deine Freundin retten willst, musst du Raia vernichten. Ich werde ein Portal für dich erschaffen, dass dich in ihre Welt bringt.“ „Warum hilfst du mir? Ohne deine Hilfe würde ich zwar niemals dort hingelangen, aber warum? Ich habe dich nicht um deine Hilfe gebeten.“ Die großen, ruhigen Augen ruhten auf Liara und die Stimme bekam einen warmherzigen Klang. „Nicht nur eure Welt gerät durcheinander, wenn Raia erwacht.“ Liara überlegte einen Moment. Diese –Wächterin- antwortete auf keine ihrer Fragen direkt, sondern gab meistens nur vage Auskünfte. Doch Liara beschloss, sich damit zufrieden zu geben. Es war besser als nichts. „Okay, wo ist dann das Portal?“, fragte sie.
„Ich bin müde. Meine Kräfte schwinden. Ich werde es erschaffen, beim nächsten Leuchtmond. Wenn der Leuchtmond den Zenit erreicht hat, wird sich vor dir das Portal öffnen. Wenn du hindurch gehst, bist du auf dich gestellt, dann kann ich dir nicht mehr weiter helfen.“ Kaum das die Wächterin zu Ende gesprochen hatte, verschwand auch ihr Gesicht und die Wand war das was sie zuvor gewesen war. Eine Mauer, überlagert von zig Schichten Tapete und Farbe. „Toll.“ Liara lies sich seufzend nach hinten, auf das Bett, fallen. Leuchtmond? War damit etwa der Vollmond gemeint? Wann war der genau? Liara erhob sich und trat an das Fenster um einen Blick in den Himmel zu werfen. Noch immer verdeckten Wolken den Himmel. Der Regen hatte zwar längst aufgehört, doch sie waren noch immer da und verdeckten den Blick auf den Mond und seine Begleiter. Liara seufzte. Ihr Blick fiel auf Kyla’s Timer. Stand in solch einem Ding nicht immer, wann Vollmond war? Hastig blätterte sie Seite um Seite um bis sie fand was sie suchte. Vollmond war in vierzehn Tagen. Bis dahin würde es eine Menge Vorbereitungen zu treffen geben. Sie klappte den Timer zu, legte den Dolch auf dem Nachttisch ab und verkroch sich zurück ins Bett. Mit einem kleinen Hoffnungsschimmer im Herzen schlief sie ein. Vielleicht war Morgen ja auch schon alles wieder so wie früher und Kyla würde neben ihr liegen, wenn sie aufwachte.
Als Kyla ihre Augen öffnete, fühlte sie die Schwäche ihres Körpers. Er war ausgelaugt, jeder Kraft entzogen und schwer wie Blei. Dennoch versuchte sie, sich aufzusetzen. Unter Schmerzen, die bei jeder Bewegung durch ihren Körper wie Blitze zuckten, gelang es ihr. Sie schlug die Decke zurück, die man über ihr ausgebreitet hatte und saß auf der Kante des Bettes. „Ein Bett in der Hölle. Wie –dämonisch-.“, sagte sie zu sich selbst und musste leicht lächeln. Vorsichtig erhob sie sich und testete, ob ihre Beine sie überhaupt tragen würden. Nachdem sie ihr Gleichgewicht gefunden hatte, machte sie ein paar Schritte am Bett entlang, blieb jedoch am Fußende stehen. Sie blickte sich um. Große Fenster, rechtes von ihr, die vom Boden bis zur Decke reichten waren mit Blutroten Vorhängen verdeckt. Der Boden bestand aus dunklen Fliesen und sonst war das Zimmer, abgesehen von dem Bett leer. Links sah sie die große Tür. „Na toll. Eine Tür, für die man Herkules bräuchte.“ Kyla überlegte einen Moment. Schließlich ließ sie sich aufs Bettende sinken und starrte vor sich her. Was sollte sie hier? Und warum hatte der Typ sie Raia genannt? Sie hatte keine Ahnung.
Kyla richtete ihren Blick auf die Tür, als diese sich einen Spalt breit öffnete. Eine kleine Gestalt, grade mal einen Meter groß, lugte hervor. Als sie sah, das Kyla wach war, öffnete sie die Tür ganz, schlüpfte hindurch und schloss sie wieder. Kyla betrachtete sie eingehend. Eine große Nase, den Mund weit hervorstehend, erinnerte der Kleine an einen Flugsaurier. Toll, jetzt werde ich echt noch verrückt, dachte sie bei sich. „Es nicht nett, mich mit primitiven Tier, dass längst von eurer Welt verschwunden, zu vergleichen.“, quäkte das Etwas und kam hinkend dichter. Kyla sah es mit großen Augen an. Kann es… „meine Gedanken lesen? Ja, kann.“, beendete er ihren Satz und blieb schließlich vor ihr stehen. Schwarze Augen sahen sie an. „Wer bist du?“, wollte Kyla wissen. „Ich Azamir.“, entgegnete der Kleine und legte den Kopf leicht schief.
„Nun Azamir, was willst du? Mich wohl kaum zum Tanz auffordern, oder?“ Azamir kramte im Beutel, der an seinem Gürtelartigen Riemen befestigt war. Kyla sah auf seine Hand, die einer Klaue glich. „Ich sein Heiler. Lord Devon schicken zu euch, um nach Befinden zu sehen.“ „Lord Devon?“ „Ja, mein Gebieter. Er später selbst kommen, wenn es euch besser.“ Er schien gefunden zu haben was er suchte und reichte Kyla eine Art kleine Kugel. Sie betrachtete sie. „Was soll ich damit?“ „Einnehmen. Dann es euch besser gehen und Schmerzen verschwinden.“ Azamir wechselte von einem Bein aufs Andere. Er war nervös, wie es schien. Bestätig sah sie ihre Vermutung, als er sich umblickte. „Und du willst mich gewiss nicht umbringen?“ Geschockt riss er seine schwarzen Augen auf. „Nein! Nein! Das würde Azamir niemals tun!“ Wieder blickte er sich scheinbar panisch um. „Was passiert, wenn ich mich weigere?“ „Dann Azamir bestraft.“ Er blickte betrübt auf den glatten Boden zu seinen Füßen. „Wieso wirst du dafür bestraft, wenn ich deinen Anordnungen nicht folge und mich schlichtweg weigere?“ Kyla verstand es nicht. „Azamir Befehl haben, sich um Meisterin kümmern. Wenn Meisterin sich weigert, es Azamirs Versagen. Das nicht geduldet wird.“ Kyla betrachtete den Kleinen vor sich. Sie wollte grade zu einer Antwort ansetzten, als die große Tür erneut aufschwang. Mit einem Krachen landeten beide Flügel der Tür an der Wand. Kyla kannte die Gestalt, die dort in der Tür stand. Aber nun konnte sie ihn bedeutend besser erkennen. Mit seinem schwarzen Gewand, das bis zum Boden reichte, war es kaum von seinem Haar zu unterscheiden. Man sah nur einzelne Strähnen, die bis zu den Knien reichten. Seine Haltung verriet, dass er zu herrschen gewohnt war. Seine Haut besaß einen hellen Teint, der seine Augen hervorhob. Sie glühen nicht Rot, so wie letzte Nacht, stellte Kyla fest. „Hast du sie versorgt?“, wandte er sich barsch an Azamir, der erschrocken zurückwich. Leicht schüttelte er seinen Kopf. Ein Knurren drang von dem Größeren zu Kyla und Azamir herüber. „Du musst sein Herr, dieser Devon sein. Und auch der Bastard, der mich entführt hat.“ Kyla zwang ihn, seine Aufmerksamkeit von Azamir auf sie zu richten. „Bastard. Der Letzte, der mich so nannte, ging in den Sümpfen von Yaq-Monnith unter.“ „Nun, ich werde nicht dort landen.“ „Woher willst du das wissen?“ „Wenn du mich hättest töten wollen, hättest du es längst getan. Statt dessen schickst du mir deinen Heiler.“ Kyla nickte in Richtung von Azamir. „Der bald erfahren wird, wie es ist, nicht zu gehorchen.“ Devon hob seine Hand und eine Art Energiekugel sammelte sich in seiner Fläche. Ächzend erhob sich Kyla und stellte sich vor Azamir. „Wage es, ihn zu töten und ich bringe dich eigenhändig um. Er hat sich dir nicht widersetzt. Sondern ich. Also wenn du jemanden bestrafen willst, dann mich. Oder verzieh dich du Bastard!“ Devons Mundwinkel zuckten leicht. Er wusste nicht, ob er über ihre Halsstarrigkeit amüsiert oder wütend sein sollte. Schließlich ließ er seine Hand wieder sinken. Die Energiekugel löste sich in einem Nichts auf. „Ich werde ein anderes Mal wiederkommen. Bis dahin, solltest du dich erholen.“ Er machte auf dem Absatz kehrt und verschwand. Die Tür schloss sich von selbst hinter ihm.
Erleichtert ließ sich Kyla zurück aufs Bett sinken. „Habt vielen Dank, Herrin.“ Er betonte das Wort mit Ehrfurcht. „Wieso Herrin? Ich dachte, Devon sei dein Herr?“, fragte Kyla verwirrt. „Ihr haben Azamirs Leben gerettet. Azamir nun euer. Machen könnt, was wollen mit Azamir.“ Als Kyla die Hand nach ihm ausstreckte, zuckte er leicht zurück. „Hab keine Angst vor mir Azamir. Ich werde dir gewiss nichts tun.“ Azamir blickte sie aus seinen schwarzen Augen an. Trotz seines Erscheinungsbildes hatte Kyla keine Angst vor ihm. Sie fand ihn … niedlich. Sogar seine Sprechweise amüsierte sie. „Azamir sehen, dass Meisterin wahr reden.“ Kyla nickte. „Ich habe keinerlei Grund auf dich böse zu sein.“ Einen Moment sahen sie sich einfach nur an, bis Kyla die kleine Kugel in ihrer Hand wieder einfiel. „Und du meinst, die soll mir helfen wieder gesund zu werden?“ Sie öffnete ihre Hand und Azamir nickte. „Nun, dann will ich dir mal vertrauen.“ „Meisterin werden davon müde, aber gut für Heilung.“ Kyla nickte ihm zu und schluckte die kleine Kugel schließlich runter. Augenblicklich wurde sie von einer Müdigkeit gepackt, die sie selbst überraschte. „Azamir…“ Er half ihr, sich hinzulegen und deckte sie zu. Kyla’s Lider wurden schwer und sie versuchte, noch einen Moment wach zu bleiben. „Bleib bitte bei mir, Azamir.“ Kyla verlor den Kampf und verfiel dem Schlaf. Azamir berührte mit seiner Hand vorsichtig ihre Stirn. Noch nie hatte er einen Menschen als Meister gehabt. Scheinbar waren sie doch nicht so schlecht, wie er immer gehört hatte. Azamir beschloss, sich gut um seine Herrin zu kümmern.
Devon schritt in seinem Gemach auf und ab. Er musste nachdenken. Die Zeit drängte und ihn selbst verlangte es nach seiner alten Gefährtin. Wie oft hatte er versucht, sie zu finden, sie wieder zu erwecken. Doch jedes Mal, nachdem er sie fand, war sie kurz darauf tot. Und er musste bis zur nächsten Reinkarnation warten. Manchmal dauerte es nur ein paar Jahre, manchmal ein paar Jahrhunderte.
Er blieb stehen und schaute aus dem großen Fenster vor ihm. Sein Blick streifte in die Ferne. Schon lange nahm er den Boden nicht mehr wahr, der gepflastert war mit unzähligen Skeletten von Wesen, die er selbst getötet hatte. Es war ein wahrer Friedhof. Devon lächelte. Menschen benutzten diesen Ausdruck, er selbst nannte es Trophäen. Sie zeugten von seinen vergangen Gegnern, die er im Kampf besiegte.
Er wandte sich vom Fenster ab. Raia hatte sich nicht verändert, auch wenn sie jetzt in einem menschlichen Körper steckte und schlief. Sie war die einzige gewesen, die ihn Bastard nannte und es überlebt hatte. Er hasste es, an seinen menschlichen Teil erinnert zu werden. Denn er war wirklich ein Bastard. Gezeugt von einem Dämon und einer Menschenfrau. Später, im Alter von sechs Jahren, nahm ihn sein Vater mit, tötete seine Mutter und brachte ihm alles bei, was er wusste. Er hatte es nicht leicht gehabt. Von den Anderen verspottet musste er mehr beweisen als sie um anerkannt zu werden. Irgendwann tötete er seinen Vater und nahm dessen Platz in der Rangfolge ein. Dank seiner Mutter hatte er das Aussehen eines Menschen, doch sein Herz glich dem seines Vaters. Jahrhunderte später traf er auf die Wiedergeburt seiner Mutter. Er beobachtete sie und als sie an einer Seuche starb, ließ sie einen kleinen Jungen zurück. Devon nahm sich seiner an. Dieser Junge wurde zu einem stattlichen Mann, der Fähigkeiten besaß, die für einen Menschen ungewöhnlich waren. Er gab ihm den Namen Darian. In der Menschenwelt würde man ihn als Mörder bezeichnen, in seiner Welt, als tapferen und treuen Krieger. Dank Devon besaß auch Darian die Unsterblichkeit.
Devon wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als es an seine Tür pochte. Kurz danach öffnete sie sich. Eine Gestalt mit unzähligen Gesichtern trat ein. Gesichtern von Frauen und Männern, verborgen unter seinem dunkelblauen Umhang. In seiner rechten Hand hielt er ein Buch, während in der Anderen ein knorriger alter Stab als Stütze diente. Devon wandte sich seinem Besucher mit einem leichten Lächeln auf den Lippen zu: „Dantalion, alter Freund.“ Seine Stimme war die eines alten Mannes, der unzähliges Leid erfahren musste. Ein Anflug von Missmut schwang in seiner Stimme mit: „Spar dir deine süßen Worte, Devon. Ich weiß, dass du mich am liebsten zu deinen Trophäen zählen würdest. Aber noch brauchst du mich.“ Trotz der Wahrheit seiner Worte, behielt Devon sein Lächeln bei.
„Nun, was führt dich zu mir?“ „Ich habe sie gesehen.“, antwortete sein Besucher schlicht. Sofort erstarb das Lächeln auf Devons Lippen. „Aber keine Angst, mein –Freund-.“, er betonte das Wort mit Bedacht, „Ich bin nicht hier, um dir in deinem Vorhaben zu widersprechen. Ich will dir lediglich zeigen, was ich in ihrem Herzen gesehen habe.“ Dantalion trat einen Schritt dichter und hob seinen Stab, um ihn geräuschvoll auf dem blanken Boden zu rammen. Ein Spiegel erschien, den man zwar sehen, doch nicht berühren konnte. Devon betrachtete einen Moment sein Spiegelbild, bis die Oberfläche des Spiegels kleine Kreise zu schlagen begann. Als wenn ein Tropfen auf die glatte Fläche eines Sees fällt. Kurz darauf erschien Kyla. Ein leichtes Lächeln umspielte Dantalions Lippen. „Du sollst nicht in meines blicken.“, knurrte Devon ihn an. Sofort veränderte sich das Bild und zeigte ein junges Mädchen mit blonden Haaren. Es war jenes Mädchen, dass Kyla als Liara rief. „Jenes Menschenweib steckt in Raias, oder wie sie jetzt heißt, Kyla’s, Herz. Solange sie die Erinnerung an sie bewahrt, wird Raia nicht erscheinen.“ Devon nickte. So etwas hatte er schon vermutet. Er musste den Menschen töten, wollte er Raia zurück haben. „Gibt es sonst noch etwas?“, fragte Devon Dantalion barsch. Der Spiegel löste sich wieder in Luft auf. „Nein. Das war alles.“ „Dann verschwinde.“
Dantalion wandte sich zum Gehen und kurz bevor er Devons Gemach verließ, blieb er stehen. Ohne sich umzublicken fragte er: „Aber fragst du dich nicht, warum Kyla’s Anblick erschien und nicht Raias?“ Er verschwand, leise kichernd und ließ einen wütenden Devon zurück. Das sollte der alte Narr ihm irgendwann bereuen. Noch brauchte er ihn, aber sobald er seinen Dienst getan hatte, würde er sich persönlich um ihn kümmern.
Als Kyla ihre Augen öffnete, saß Azamir an ihrem Bett und betrachtete sie aufmerksam. „Ah! Herrin wach! Herrin wach!“ Kyla musste leicht lächeln. „Herrin sich fühlen besser?“ „Ja. Aber noch immer etwas müde.“ „Dann Herrin noch ruhen! Bis Müdigkeit weg, dann Herrin gesund.“ Kyla nickte, als Zeichen des Verständnisses und schloss kurz darauf ihre noch immer schweren Lider.


